Blauer Frühburgunder

HERKUNFT & VERBREITUNG

Blauer Frühburgunder ist eine jahrhundertealte Mutation aus dem blauen Spätburgunder, die in den letzten Jahrzehnten in ihrer Verbreitung aufgrund geringer Ertragserwartungen deutlich reduziert wurde. Die Weine dagegen genügen höchsten Ansprüchen und suchen in Richtung roter Burgunderweine ihresgleichen. Kein Wunder also, dass mit der Entscheidung pro Rotweinerzeugung, die Anpflanzung des Frühburgunders nahe lag, um höchste Qualitätsansprüche erfüllen zu können.


2001 haben wir auf durchlässigem, lockerem und fruchtbarem Boden in der Lage Traiser Nonnengarten 0,61 ha mit dieser Sorte bepflanzt.


Die Statistik weist für 2004 in Deutschland 203,7 ha Anbaufläche für Frühburgunder aus, was etwa 0,2 % der Gesamtrebfläche ausmacht. Für unser Gut sind es dagegen 25 % der roten Rebsorten und 3,5 % der Gesamtrebfläche von derzeit 17 ha.

 

VOR- & NACHTEILE

Der geringen Verbreitung steht die enorme Wertschätzung seiner Weine entgegen. Die frühe Reife - namensgebend - erbringt sehr farbintensive, kräftige, ausdrucksvolle Rotweine mit einem optimalen Säureniveau. Gerade in kleinen und mittleren Jahrgängen sind Rotweine vom Frühburgunder denen des größeren Bruders Spätburgunder in Fülle und Reife oft überlegen, da man aufgrund der dicken Beerenhaut, die Fäulnis kaum zulässt, die Lese recht weit hinauszögern kann. Die Farbintensität der Sorte ist beachtenswert, intensives Granatrot bis zu tief rotschwarzem Farbspiel korrespondiert mit hohem Extraktgehalt der Weine.


Der Nachteil und anbaubegrenzende Faktor des Frühburgunders (Pinot madeleine) ist seine große Empfindlichkeit in der Rebblüte. Trotz intensiver Klonenzüchtung sind selbst unter besten Witterungsbedingungen kaum mehr als 50-60 hl/ha zu erreichen. Treffen nun Regen und kühle Witterung pünktlich zur Zeit der Rebblüte ein, reduziert sich der Ertrag schnell auf 10-15 hl/ha, da sich unter diesen Bedingungen aus den Blüten entweder keine oder nur sehr kleine Beeren ohne richtig ausgebildete Kerne entwickeln. Diesen Vorgang nennt man in der Fachsprache „Verrieselung", da kurz nach der Blüte die nicht befruchteten Blütenstände beim leichten Schütteln herunterfallen bzw. herunterrieseln.

 

UNSER FAZIT

Für uns ist der Blaue Frühburgunder qualitativ faszinierend und wir sehen ihn als perfekte Ergänzung zum großen Bruder Spätburgunder. Nach der ersten kleinen Ernte 2002 haben wir Ihnen den 2003er als Repräsentant eines optimalen Jahrgangs für deutsche Rotweine vorstellen können. Der 2004er Frühburgunder überraschte uns mit einem Mostgewicht von 98° Oechsle bei guten Erträgen. 12 Monate lang reifen die Jungweine in kleinen 300 l Eichenholzfässern (1/3 Erstbelegung) in unserem Rotweinlager und präsentieren sich heute samtig, farbintensiv, mit Fruchtaromen von schwarzer Johannisbeere und Schwarzkirsche und zarten Holzaromen, was sie zu hervorragenden Begleitern für gebratenes Fleisch und Wildgerichte macht.

Der Frühburgunder verkörpert neben dem Spätburgunder das Ideal des deutschen Rotweins und ist somit die konsequente Erweiterung unseres klassischen Rebsortenspektrums.

 
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